Dr. Karen Körber

Tel. 040 - 42838-2935

Karen.Koerber@igdj-hh.de

 

Zur Person

Dr. Karen Körber ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für die Geschichte der deutschen Juden (IGdJ) in Kooperation mit der Akademie der Weltreligionen (AWR) der Universität Hamburg. Vor ihrem Wechsel 2016 nach Hamburg war sie Fellow am Zentrum für Antisemitismusforschung, von 2014 -2015 hatte sie eine Vertretungsprofessur am Institut für Europäische Ethnologie/Kulturwissenschaft an der Philipps-Universität Marburg inne, 2012 – 2014 war sie Fellow am Jüdischen Museum Berlin. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören modernes Judentum, religiöser Wandel und religiöse Pluralisierung, Migrations- und Diasporaforschung, Erinnerungskulturen und Zugehörigkeitskonstruktionen in der Einwanderungsgesellschaft.

Sie hat Soziologie, Politikwissenschaften und Psychologie an der Universität Bremen, der Freien Universität Berlin und der Columbia University, New York studiert und war anschließend wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie an der Freien Universität Berlin und Doktorandin am Institut für Sozialforschung in Frankfurt am Main.  2004 hat sie an der Humboldt-Universität zu Berlin promoviert mit einer Feldforschung über die Einwanderung russischsprachiger Juden nach Ostdeutschland seit den 1990er Jahren. Diese Arbeit wurde 2005 unter dem Titel „Juden, Russen, Emigranten. Identitätskonflikte jüdischer Einwanderer in einer ostdeutschen Stadt“ (Frankfurt am Main/New York: Campus) veröffentlicht. Anschließend untersuchte sie an der Universität Erfurt den institutionellen, kulturellen und sozialen Wandel der jüdischen Gemeinden Deutschlands in Folge der Migration der russischsprachigen Juden. Von 2008 bis 2011 führte sie am Institut für Europäische Ethnologie/Kulturwissenschaft der Philipps-Universität Marburg ein Projekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft über »Transnationale Familiarität« durch. 2012 erschien dazu ein gemeinsam von ihr und Ina Merkel herausgegebenes Special Issue der Zeitschrift Ethnologia Europaea, mit dem Titel „Imagined Families in Mobile Worlds“. Von 2012 -14 war sie die erste Fellow am Jüdischen Museum in Berlin und befasste sich im Rahmen einer quantitativ und qualitativ durchgeführten Untersuchung über junge russischsprachige Juden in Deutschland mit neuen Praxen der Vergemeinschaftung, der Pluralisierung von Erinnerungskulturen und der Subjektivierung von Religion. 2015 erschien ihr Sammelband: „Russisch-Jüdische Gegenwart in Deutschland. Interdisziplinäre Perspektiven auf eine Diaspora im Wandel“ (Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht), 2019 erscheint dazu die Studie bei V&R.

Ihr neues Forschungsvorhaben am IGdJ in Kooperation mit der AWR befasst sich am Beispiel von jüdischen, christlichen und islamischen Religionsgemeinschaften in einer vergleichenden Perspektive mit der Frage, wie Migrationen und Globalisierung Prozesse der Pluralisierung und des institutionellen Wandels innerhalb von Religionsgemeinschaften auslösen und wie sich damit die wechselseitigen Beziehungen zwischen Religionsgemeinschaften und (deutschem) Staat wandeln.

Ein weiteres Forschungsprojekt befasst sich mit der Migrationsgeschichte der persisch-jüdischen Gemeinschaft in Hamburg seit den 1950er Jahren.

Forschungsschwerpunkte

Soziologie des Judentums

Religiöser Wandel und Pluralisierung

Migration und Diaspora

Erinnerungskulturen

Forschungsprojekt

Religionsgemeinschaften und ihre institutionelle Teilhabe in vergleichender Perspektive. Eine Untersuchung zum Strukturwandel des religiösen Feldes in der deutschen Einwanderungsgesellschaft.

Publikationen

Monographie

Juden, Russen, Emigranten. Identitätskonflikte jüdischer Einwanderer in einer ostdeutschen Stadt. Frankfurt/New York 2005: Campus Verlag.

Herausgeberschaften

Russisch-Jüdische Gegenwart in Deutschland. Interdisziplinäre Perspektiven auf eine Diaspora im Wandel. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2015.

Imagined Families in Mobile Worlds. Sonderband der „Ethnologia Europaea. Journal of European Ethnology“, Vol. 42:2 (2012) (gemeinsam mit Ina Merkel).

Aufsätze (Auswahl)

Widerstreitende Erinnerungen, in: Dimitrij Belkin et al (Hrgs.): Neues Judentum – altes Erinnern? Zeiträume des Gedenkens. Berlin: Hentrich & Hentrich  2017

Jüdische Gegenwart in Deutschland. Die Migration russisch-sprachiger Juden seit 1989, in: Deutschland Archiv 2016, Bonn: Bundeszentrale für Politische Bildung (bpb) 2017

Contested Diaspora. The changing Image of the Jewish Community in Germany, in: David Carment and Ariane Sadjed (Eds.): Diasporas as Cultures of Global Cooperation. Global and Local Perspectives. London: Palgrave Macmillan 2017.

Conflicting Memories, Conflicting Identities. The Russian-Jewish Immigration and the Image of a new German Jewry, in: Cornelia Wilhelm (Ed.): Migration, Memory and Diversity in Germany after 1945, Oxford/New York: Berghahn  2016.

Einleitung: Eine Diaspora im Wandel, in: Karen Körber (Hg.): Russisch-Jüdische Gegenwart in Deutschland. Interdisziplinäre Perspektiven auf eine Diaspora im Wandel. Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht 2015, S. 7-13.

Zäsur, Wandel oder Neubeginn? Die jüdische Gemeinschaft in Deutschland zwischen Recht, Repräsentation und Realität, in: Karen Körber (Hg.): Russisch-Jüdische Gegenwart in Deutschland. Interdisziplinäre Perspektiven auf eine Diaspora im Wandel. Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht 2015, S. 13-36.

Die Aufsteiger. Jung, europäisch, säkular: Eine Studie über das Selbstverständnis der zweiten Zuwanderergeneration aus der Ex-Sowjetunion. In: Jüdische Allgemeine, 24. Dezember 2014, Seite 3 (Gesellschaft).

Fast wie im Kino – eine Bar Mizwa 2013, in: JMB Journal des Jüdischen Museum Berlin 2013, Nr. 9, S. 18-21.

Imagined Families in Mobile Worlds. An Introduction, in: Karen Körber / Ina Merkel (ed): Imagined Families in Mobile Worlds. Sonderband der „Ethnologia Europaea. Journal of European Ethnology“, Vol. 42:2 (2012), S. 5-12 (gemeinsam mit Ina Merkel).

So Far and yet so Near. Present-Day Transnational Families, in: Karen Körber / Ina Merkel (ed): Imagined Families in Mobile Worlds. Sonderband der „Ethnologia Europaea. Journal of European Ethnology“, Vol. 42:2 (2012), S. 12-26.

Nähe auf Distanz. Transnationale Familien in der Gegenwart, in: Gertraud Marinelli-König, Alexander Preisinger (Hg.): Zwischenräume. Migration und die Entgrenzung von Kulturen und Identitäten. Bielefeld: Transcript 2011, S. 91-114.

Minderheitenpolitik im Spannungsfeld von Diaspora und Nationalstaat. Das Beispiel der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland, in: Sigrid K. Amos, Wolfgang Meseth, Matthias Proske (Hg.): Öffentliche Erziehung revisited. Erziehung, Politik und Gesellschaft im Diskurs. Wiesbaden: VS Verlag 2011, S. 137-156.

Synagoge, Samowarverein, Veteranenclub? Jüdische Gemeinden in Deutschland heute, in: Miriam Gillis-Carlebach/Barbara Vogel (Hg.): Becoming visible. Jüdisches Leben in Deutschland nach 1990. Die Achte Joseph-Carlebach-Konferenz. Hamburg: Dölling und Galitz Verlag 2011, S. 124-142.

Zu Hause im Dazwischen. Plurilokale Familien im Zeitalter des Transnationalismus, in: Antje van Elsbergen, Franziska Engelhardt, Simone Stiefbold (Hg.): Ansichten, Einsichten, Absichten. Beiträge aus der Marburger Kulturwissenschaft. Marburg: Förderverein der Marburger kulturwissenschaftlichen Forschung und Europäischen Ethnologie e.V., 2010, S. 92-102.

Multikulturalismus – Die libertäre Version. Ein Kommentar, in: Christoph Bieber, Benjamin Drechsel, Anne-Katrin Lang (Hg.): Kultur im Konflikt. Claus Leggewie revisited. Bielefeld: transcript 2010, S. 227-229 (gemeinsam mit Sighard Neckel).

Von Samarkand nach Schortewitz. Die Einwanderung russischsprachiger Juden nach Ostdeutschland, in: Dmitrij Belkin / Raphael Gross (Hg.): Ausgerechnet Deutschland! Jüdisch-Russische Einwanderung in die Bundesrepublik. Nicolaische Verlagsbuchhandlung Berlin und Jüdisches Museum Frankfurt am Main 2010, S. 62-65.

Puschkin oder Thora? Der Wandel der jüdischen Gemeinden in Deutschland. In: Brunner, José/ Shai Lavi (Hg.): Juden und Muslime in Deutschland. Recht, Religion, Identität. Tel Aviver Jahrbuch für deutsche Geschichte 37, 2009. Göttingen: Wallstein, S.233-254.

Bilder einer schwierigen Ankunft. In: Sutterlüty, Ferdinand/ Peter Imbusch (Hg.): Abenteuer Feldforschung. Soziologen erzählen. Frankfurt/New York 2008: Campus, S. 73-78.

Holocaust Memory and Multiculturalism. Russian Jews in German Media after 1989. In: New German Critique, No. 92, 2005, S. 101-116 (gemeinsam mit Franziska Becker).

„Juden, Russen, Flüchtlinge“. Die jüdisch-russische Einwanderung nach Deutschland und ihre Repräsentation in den Medien. In: Freddy Raphael (Hg.): „...das Flüstern eines leisen Wehens...“ Beiträge zur Kultur und Lebenswelt europäischer Juden. Konstanz 2001: UVK, S. 425-450 (gemeinsam mit Franziska Becker).

„Warum kommen Sie nach Deutschland?“ Über das zwiespältige Verhältnis der hiesigen Gesellschaft zu den neu eingewanderten sowjetischen Juden. In: Frankfurter Rundschau, 22. September 2001, Seite 27 („Dokumentation“).

Wie entsteht politische Ethnizität? Jüdische Identität und der deutsche Wohlfahrtsstaat. In: IZA. Zeitschrift für Migration und soziale Arbeit, Heft 1 / 2001, S. 57-60.

Ethnizität und Wohlfahrtsstaat. In: Peter A. Berger (Hg.): Alte Ungleichheiten - Neue Spaltungen. Opladen 1998: Leske & Budrich, S. 351-363.

Der „Königsteiner Schlüssel“ und die Lehren von Gollwitz. Die jüdische Zuwanderung aus den GUS-Staaten und die enttäuschten Erwartungen. Eine Analyse der Rahmenbedingungen. In: Frankfurter Rundschau, 17. Januar 1998, Seite 6 („Dokumentation“).

Last exit ethnicity? Zur politischen Konstruktion von Ethnizität in den USA und Deutschland. In: Robert Hettlage / Petra Deger / Susanne Wagner (Hg.): Kollektive Identität in Krisen. Ethnizität in Region, Nation, Europa. Opladen 1997: Westdeutscher Verlag, S. 310-319 (gemeinsam mit Sighard Neckel).