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Der Papst und die Kirchen, die zum Völkermord schwiegen. Rolf Hochhuths Theaterstück "Der Stellvertreter" (1963-1965)

Rolf Hochhuth macht in seinem Stück einen jungen italienischen Jesuiten, der durch einen hohen, von seinem Gewissen geplagten SSFührer über die Massenmorde in den Vernichtungslagern informiert wird, zum Gegenspieler des »Stellvertreters Gottes auf Erden«: Als der Papst auch angesichts dieser Fakten seinen Tolerierungskurs fortsetzt, heftet sich der Jesuitenpater den Judenstern an und lässt sich mit den Juden in die Gaskammern deportieren. Das 1963 in Westberlin uraufgeführte Stück, dem im Anhang eine Fülle zeitgeschichtlicher Dokumente beigefügt waren, stürzte beide Kirchen wegen deren Anpassung ans »Dritte Reich« in eine tiefe Glaubwürdigkeitskrise. Aber das Thema des Wegsehens und Tolerierens betraf auch jeden einzelnen Deutschen – das war der eigentliche Kern des Skandals. Die großen deutschen Bühnen boykottierten das Stück, weil deren Intendanten nicht daran erinnert werden wollten, dass sie in der Nazizeit auch schon Theaterleiter gewesen waren.

Moderation: Pastor i. R. Ulrich Hentschel

Karten: Telefon 040 - 41 320 320 von 15 - 22 Uhr,

Preis: 10 Euro, ermäßigt: 8,50 Euro

Abaton Kino / Allende-Platz 3 / Grindelhof, 20146 Hamburg

www.abaton.de, Reservierungen ab fünf Tage vorher.

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