Newsletter Registrierung

Vortragsreihe "Bildgeschichten"

Bis zum Frühling 1944 blieben die meisten von einer Deportation in die nationalsozialistischen Konzentrations- oder Vernichtungslager verschont. Nach der Besetzung Ungarns wurden jedoch – mit der Unterstützung ungarischer Gendarmen –innerhalb weniger Wochen über 500.000 Menschen in die Vernichtungslager deportiert. Die Auseinandersetzung mit diesem dunklen Kapitel ungarischer Geschichte gehörte zu einem der Tabus des Kádár-Regimes (1957-1989). 1983 wagte sich der Fotograf Tamás Féner an die sensible Thematik heran. Seine Farbbild-Reportage sollte eine visuelle Bestandsaufnahme jüdischen Lebens im Staatssozialismus werden. Aus zeithistorischer Perspektive jedoch verdeutlicht das Fotoprojekt „Und tue kund deinem Sohne …“ die Grenzen und Möglichkeiten der autonomen Reportage auf der einen und der sozialistischen Bildsteuerung auf der anderen Seite.

Dr. Eszter Kiss, geb. 1983 in Budapest, beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Erinnerungspolitik, Regierungskommunikation sowie Visual History. Aktuell ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung III des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam und bearbeitet seit Ende 2017 ein Projekt zur Geschichte des Bundespresseamts.

 

Über unsere Vortragsreihe:
 
KAMERABLICKE. JÜDISCHE BILDGESCHICHTE(N)
Trotz des vor Jahren vielfach beschworenen „visual turns“ fristen Bildquellen in den Geschichtswissenschaften weiterhin ein Randdasein. Dabei können historische Zeichnungen, Fotografien oder Filme wichtige Einblicke geben und mitunter andere Perspektiven auf den Untersuchungsgegenstand eröffnen. Sechs WissenschaftlerInnen stellen ihre Forschungen zu historischem Bildmaterial vor. Sie verstehen Bilder nicht als Abbildungen, sondern als kritisch zu hinterfragende Quellen, die gerade aufgrund ihrer vermeintlichen Authentizität dekonstruiert werden müssen. Die Themen reichen dabei von der Frage nach jüdischen Gegenbildern zum antisemitischen Bilddiskurs im Nationalsozialismus über die Bedeutung von Fotoalben für die Konstruktion von Familiengeschichten im Kontext von Migration, Flucht und Exil, bis hin zur visuellen Nationswerdung im Staatsbildungsprozess Israels oder der fotografischen Erkundung jüdischen Lebens in Ungarn.
Die Vortragsreihe findet begleitend zur vierten Online-Ausstellung im Rahmen der Online-Quellenedition „Hamburger Schlüsseldokumente zur deutsch-jüdischen Geschichte“ (juedische-geschichte-online.net) statt. Sie widmet sich ebenfalls (der) „jüdischen Bildgeschichte(n)“.
 
Weiterer Termin:

25.6.2019
 
Jeweils Dienstags um 18.30 Uhr
 
 
Eingeschrängt Barrierefrei
 
 
INSTITUT FÜR DIE GESCHICHTE
DER DEUTSCHEN JUDEN (IGdJ)
BEIM SCHLUMP 83, 20144 HAMBURG
Seminarraum im 2. OG, eingeschränkt barrierefrei
Tel.: 040 – 42 838 – 2617
Fax: 040 – 44 808 66
E-Mail: kontakt@igdj-hh.de
Internet: www.igdj-hh.de
Sie erreichen das Institut für die Geschichte der deutschen Juden mit folgenden Verkehrsmitteln:
U2, U3: U-Bahn Schlump
Metrobus 4 + 15: Haltestelle Bundesstr.
Metrobus 5: Haltestelle Bezirksamt Eimsbüttel

Zurück