Jörn Kreuzer

wiss. Mitarbeiter

Tel.: (040) 42838 - 8045
Email: joern.kreuzer@igdj-hh.de
Sprechzeiten: nach Vereinbarung

Zur Person

Jörn Kreuzer ist im Rahmen des Forschungsprojekts „NS-Raubgut in der Bibliothek des IGdJ“ wissenschaftlicher Mitarbeiter am IGdJ. Sein Geschichts- und Journalismusstudium an den Universitäten Karlsruhe und Hamburg schloss er mit einer Arbeit zum Antisemitismus im Fußballsport der Weimarer Republik ab. Von 2008 bis 2009 arbeitete er am Jubiläumsbuch des FC St. Pauli mit, das 2010 anlässlich des 100. Vereinsjubiläums erschienen ist. Anschließend war er von 2009 bis 2011 Stipendiat der Universität Nottingham und der Marion-Dönhoff-Stiftung. Dabei arbeitete er an der Erschließung des Nachlasses von Marion Gräfin Dönhoff im Rahmen des Forschungsprojekts „Press and Politics in West Germany: The Personal Papers of Countess Dönhoff“ mit. Darüber hinaus ist er seit 2009 als freiberuflicher Texter und Journalist tätig.

Themenschwerpunkte

  • Sportgeschichte im 20. Jahrhundert, speziell unter dem Aspekt der deutsch-jüdischen Beziehungsgeschichte
  • Raub- und Entrechtungspolitik der Nationalsozialisten
  • Die „zweite Geschichte“ des Nationalsozialismus: Geschichtspolitik und Erinnerungskulturen in der Bundesrepublik und der DDR

Forschungsprojekt

NS-Raubgut in der Bibliothek des IGdJ, zusammen mit Susanne Küther:

Das Institut für die Geschichte der deutschen Juden führte im Rahmen des Projekts "NS-Raubgut in der Bibliothek des IGdJ" umfangreiche Recherchen nach NS-Raubgut in seinen Buchbeständen durch. Das Projekt wurde im Zeitraum vom 1. September 2013 bis zum 31. August 2016 von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien durch die Stiftung Deutsches Zentrum Kulturgutverluste (bis 31.12.2014 Arbeitsstelle für Provenienzforschung) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. Daran schließt sich vom 1. September 2016 bis 31. August 2017 das Projekt „Digitalisierung und Veröffentlichung von NS-Raubgut-Forschungsergebnissen“ an, das ebenfalls von der Stiftung Deutsches Zentrum Kulturgutverluste gefördert wird

Im Rahmen unseres Projekts „NS-Raubgut in der Bibliothek des IGdJ“ traten 945 verdächtige Provenienzhinweise auf, die auf NS-Raubgut oder NS-Beutegut hingedeutet haben. Im Zuge unserer Nachforschungen konnten wir rund 200 Bücher als NS-Raubgut identifizieren. In den wenigsten NS-Raubgutfällen gelang uns die Ermittlung von Eigentümern oder Erben, was angesichts der Menge an Provenienzhinweisen eine Zeitfrage war. Dem Großteil der als unspezifisch kategorisierten Bücher fehlt es schlicht an eindeutigen Hinweisen auf NS-Raubgut. Oft handelt es sich dabei um Widmungen oder Notizen, die lediglich aus Vor- und/oder Nachnamen bestehen.

Mit einer Präsentation unserer Ergebnisse in der Looted Cultural Arts Datenbank erhoffen wir uns zum einen die Klärung möglicher NS-Raubgutfälle und die Kontaktaufnahme zu Eigentümern oder Erben. Zum anderen sehen wir darin die Chance, unsere Ergebnisse nachhaltig für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dies gilt insbesondere für jene Provenienzhinweise, bei denen nach unseren Recherchen ein Verdacht auf NS-Raubgut ausgeschlossen werden konnte. Für diese Nicht-Raubgut-Fälle ist die Lost Art Datenbank explizit nicht vorgesehen. Außerdem wollen wir in überregionaler Zusammenarbeit mit der FU Berlin, der Universität Potsdam, der Bibliothek der Stiftung Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum und der Zentral- und Landesbibliothek Berlin unsere in den letzten Jahren erworbene Expertise einbringen und weitere Provenienzforschungsprojekte unterstützen.

Hier geht’s zur Datenbank: http://lootedculturalassets.de/

Publikationen

  • NS-Raubgut am Institut für die Geschichte der deutschen Juden – zwei Spuren, die nach Hamburg führen. In: Liskor – Erinnern, Magazin der Hamburger Gesellschaft für Jüdische Genealogie, Nr. 5, 2. Jahrgang, Februar 2017. S. 15-21.
  • Mein Leben als braun-weißes Trüffelschwein. In: Fabian Fritz und Gregor Backes (Hrsg.): FC Sankt Pauli Fußballfibel, Bibliothek des Deutschen Fußballs Nr. 13, Berlin 2017. S. 10-19.
  • Der Bibliotheksaufbau. In: IGdJ (Hrsg.): 50 Jahre, 50 Quellen. Festschrift zum Jubiläum des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden. Hamburg 2016. S. 96f..
  • Bücher und ihre Geschichten. In: IGdJ (Hrsg.): 50 Jahre, 50 Quellen. Festschrift zum Jubiläum des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden. Hamburg 2016. S. 98f..
  • Zusammen mit Susanne Küther: “NS-Raubgut aus zweiter Hand - Provenienzrecherchen in der Bibliothek des IGdJ“. In: Brintzinger, Klaus-Rainer (Hrsg.): Bibliotheken. Wir öffnen Welten. 103. Deutscher Bibliothekartag Bremen 2014. Münster 2015. S.238-248.
  • Christian Haase/ Jörn Kreuzer, "Deutschland kann nur durch Deutschland gerettet werden": der Kampf um das nationale Erbe der Befreiungskriege am Berliner Dönhoffplatz im 19. und 20. Jahrhundert.Working Paper. University of Nottingham 2011. Siehe auch hier
  • Mitarbeit
    Christian Haase/ Christian Kraiker/ Jörn Kreuzer, Germany’s Foreign Relations and the Nazi Past. Contemporary European History, 21, Issue 1 2012. S. 79-93
    Christoph Nagel/ Michael Pahl, FC St. Pauli. Das Buch. Der Verein und sein Viertel. Hamburg 2010