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Lehrveranstaltungen

Sommersemester 2017

Seminar

Dr. Miriam Rürup

Ausgrenzung und Zugehörigkeit: Die Bedeutung von Staatsangehörigkeit und Staatenlosigkeit in der jüdischen Geschichte der Moderne 

Lehrveranstaltungs-Nr. 54-236
Beginn: 20.4.17/ Ende: 13.7.17 / Zeit: Do 14-16.00 Uhr
Ort: IGdJ 2/023
Beim Schlump 83
20249 Hamburg

Kommentare/ Inhalte:
Das moderne Konzept von Staatsbürgerschaft (Citizenship) nimmt seinen Anfang in der Zeit der Französischen Revolution von 1789 mit der Verkündung der Menschen- und Bürgerrechte. Alle Mitglieder der französischen Gesellschaft sollten von nun an als citoyens freie und gleiche Mitglieder der Gesellschaft sein, dieser Status wurde im modernen Staatsbürgerverständnis institutionalisiert und galt auch für die jüdische Minderheit im französischen Einflussbereich. 
In den sich ab dem 19. Jahrhundert herausbildenden Nationalstaaten bildete sich so ein System von Rechten und Privilegien heraus, die den Staatsangehörigen zustehen – immer dazu gehörte aber auch der Ausschluss aller, die nicht als Staatsbürger des Gemeinwesens angesehen wurden. Es entstand dadurch innerhalb eines staatlichen Gebildes ein Verhältnis von Zugehörigen und Fremden. Staatsangehörigkeitsrecht und Einbürgerungspraxis wurden im Folgenden zu einem unabdingbaren Bestandteil der Politik gegenüber ethnischen Minderheiten und Zugewanderten. Die Ausschlussmechanismen und ihre Entwicklung vom 19. Jahrhundert bis zur zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sollen Gegenstand des Seminars sein. Anhand wissenschaftlicher Texte und Quellen sollen Konzepte von Staatsangehörigkeit herausgearbeitet werden und der Blick dabei besonders auf die Situation der jüdischen Minderheit gerichtet werden. 

Studienleistungen/Prüfungsleistungen: Exzerpte (semesterbegleitend), Referat + Thesenpapier

Literatur:
Dieter Gosewinkel, Schutz und Freiheit? Staatsbürgerschaft in Europa im 20. und 21. Jahrhundert, Berlin: Suhrkamp 2007 
Geoff Eley/Jan Palmowski (Eds.), Citizenship and National Identity in Twentieth-Century Germany. Stanford, CA: Stanford University Press 2008



Hauptseminar

PD Dr. Andreas Brämer

Nach dem Holocaust. Jüdisches Leben in Deutschland 1945 bis 2015

Lehrveranstaltungs-Nr. 54-325 Hauptseminar
Beginn: 10.4.17 / Ende 15.7.2017 / Zeit: Mo 12-14 Uhr
Ort: IGdJ 2/023
Beim Schlump 83
20249 Hamburg

Die Nachkriegszeit galt zwar lange als Epilog jüdischen Lebens in Deutschland, inzwischen nimmt aber auch die Historiografie zur Kenntnis, dass nach 1945 ein neues Kapitel der deutsch-jüdischen Geschichte begonnen hat. Über 100.000 Menschen sind inzwischen Mitglieder in den jüdischen Gemeinden der Bundesrepublik. Anknüpfend an diese Beobachtung widmet sich das Hauptseminar dem Zeitraum seit Ende des Zweiten Weltkriegs bis zur Gegenwart. Chronologische und systematische Annäherungen an das Thema sollen helfen, den Ursachen für die dynamische Entwicklung nachzuspüren. Dabei sollen sowohl ‚äußere‘ (z.B. ‚Wiedergutmachung‘, Antisemitismus) als auch innere Aspekte (etwa Identitätsfragen, Gemeindestrukturen) der deutsch-jüdischen Zeitgeschichte ausführlich zur Sprache kommen.

Literatur:
Michael Brenner (Hrsg.), Geschichte der Juden in Deutschland. Von 1945 bis zur Gegenwart, München 2012; Susanne Schönborn (Hrsg.), Zwischen Erinnerung und Neubeginn. Zur deutsch-jüdischen Geschichte nach 1945, München 2006

Studienleistungen/Prüfungsleistungen:

Regelmäßige und aktive Teilnahme, Mitgestaltung einer Sitzung, Hausarbeit

Ringvorlesung

Gottesdarstellungen in Jüdischer Kunst


Montags / 18.15-19.45 / Hörsaal ESA H / Edmund-Siemers-Allee1 / 20146 Hamburg
Organisation:
Patrick B. Koch (UHH)
Michael Studemund-Halévy (IGDJ)
Irina Wandrey (UHH)
Contact: patrick.benjamin.koch@uni-hamburg.de

 

03.04.2017:
„DAS RECHT DES BILDES WIRD ALLEINE GEWAHRT
DURCH DIE STRENGE BEFOLGUNG SEINES VERBOTS“
THEODOR W. ADORNO UND DAS BILDERVERBOT
Micha Brumlik

10.04.2017:
DIE KUNST DER ANTIKEN SYNAGOGE:
DARF MAN GOTT DARSTELLEN?
Günter Stemberger

MITTWOCH 26.04.2017:
DARSTELLUNGEN DER WEIBLICHEN SEITE GOTTES
Felicitas Heimann-Jelinek

08.05.2017:
DARSTELLUNGEN GÖTTLICHEN EINGREIFENS IN DER
MITTELALTERLICHEN JÜDISCHEN BUCHKUNST
Katrin Kogman-Appel

15.05.2017:
FIGURATIVE REPRESENTATIONS OF THE DIVINE IN
EASTERN EUROPEAN SYNAGOGUES IN THE 17TH–19TH
CENTURIES
Bracha Yaniv

22.05.2017:
AVOIDING AND IMPLYING THE DIVINE IMAGE IN
MEDIEVAL ICONOGRAPHY CREATED FOR JEWS
Marc Michael Epstein

29.05.2017:
Mehr als Bilder: Gottesdarstellungen
in der sefardischen Grabkunst
Michael Studemund-Halévy

12.06.2017:
The Image of God in Jewish Art of Renaissance
and Baroque Italy and the Netherlands
Shalom Sabar

19.06.2017:
GEISTER, ENGEL UND DÄMONEN – DARSTELLUNGEN
ÜBER-NATÜRLICHER WESEN IN MANUSKRIPTEN
JÜDISCHER MAGIE
Michael Kohs

26.06.2017:
DER/DIE NAMEN GOTTES ALS ZEICHEN SEINER
PRÄSENZ IN HEBRÄISCHEN MANUSKRIPTEN
Irina Wandrey

03.07.2017:
Depictions of God in Israeli Modern
and Contemporary Art
Ronit Sorek

10.07.2017:
DIAGRAMMING SABBATIANISM
Yossi Chajes