Online Quellenedition

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Hamburger Schlüsseldokumente zur deutsch-jüdischen Geschichte

Die vom Institut für die Geschichte der deutschen Juden (IGdJ) realisierte Online-Quellenedition wirft am Beispiel von ausgewählten Quellen, sogenannten Schlüsseldokumenten, thematische Schlaglichter auf zentrale Aspekte der jüdischen Geschichte Hamburgs von der frühen Neuzeit bis in die Gegenwart. Die Redaktion versteht Hamburg dabei als Brennglas für größere Entwicklungen und Fragestellungen der deutsch-jüdischen Geschichte. Die Quellenedition möchte dazu beitragen, das aufgrund von Verfolgung und Migration in alle Welt verstreute jüdische Erbe der Stadt digital wieder zusammenzuführen, zugänglich zu machen und für zukünftige Generationen zu bewahren.

Durch die Präsentation von bislang weniger beachtetem Quellenmaterial sowie die neuartige Anordnung und Aufbereitung bekannter Archivalien sollen Denkanstöße gegeben und neue Fragestellungen angeregt werden. Die Quelle steht im Mittelpunkt, von ihr ausgehend soll die Auseinandersetzung über konkrete Deutungen und Einordnungen gefördert werden.
Alle Quellen werden als Transkript und digitales Faksimile bereitgestellt und durch Interpretations- und Hintergrundtexte in ihre historischen Kontexte eingebettet. Angereichert werden die Materialien durch Informationen zur Überlieferung, zur Rezeptionsgeschichte und zu wissenschaftlichen Kontroversen. Alle Inhalte werden sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch angeboten.

Die Quellenedition richtet sich an Studierende, Forschende und Lehrende, teilweise auch an Laien sowie Schülerinnen und Schüler. Sie deckt dabei ein Spektrum von eher allgemeinen, überblicksartigen bis hin zu eng an der Quelle argumentierenden Texten ab und bietet verschiedene Zugänge zu den Quellen an – über einen Zeitstrahl, Themenkategorien oder eine Karte. Ein Beirat aus renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der deutsch-jüdischen Geschichte und Expertinnen und Experten aus dem Bereich Digitalisierung unterstützt das Projekt.

Die Online-Edition wird seit Juli 2015 für zwei Jahre von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. Mit der Edition präsentiert sich das IGdJ erneut in seiner Rolle als Verbindungsglied zwischen Wissenschaft und interessierter Öffentlichkeit.

Die Online-Quellenedition erreichen Sie hier

Beiratsmitglieder

Dr. Sylvia Asmus, Leiterin des Deutschen Exilarchivs 1933-1945, Deutsche Nationalbibliothek, Frankfurt am Main
Prof. Hartmut Berghoff, Professor für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Universität Göttingen
PD Dr. Jörg Deventer, stellvertretender Direktor des Simon Dubnow Instituts, Leipzig
Dr. Annette Halle, Geschäftsführerin der Germania Judaica e. V., Köln
Dr. Rachel Heuberger, Judaica Europeana/Leiterin der Hebraica- und Judaica-Sammlung der Universitätsbibliothek J.C. Senckenberg, Frankfurt am Main
Anke Hönnig, Referatsleiterin u.a. für „Religionswesen“ im Staatsarchiv Hamburg
Dr. Rüdiger Hohls, Mitherausgeber von Clio-online e.V. und H-Soz-Kult
Prof. Dr. Simone Lässig, Direktorin des Deutschen Historischen Instituts in Washington, DC, AG Digitale Geschichtswissenschaft
Harald Lordick, Salomon Ludwig Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte, Essen, DARIAH-DE
Dr. Aubrey Pomerance, Leiter des Archivs des Leo Baeck Instituts, Jüdisches Museum Berlin
Prof. Dr. Reinhard Rürup, Prof. emer. für Neuere Geschichte, Technische Universität Berlin
Prof. Dr. Angelika Schaser, Professorin am Historischen Seminar der Universität Hamburg

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Im Rahmen des diesjährigen Historikertages in Hamburg wurde die vom Institut für die Geschichte der deutschen Juden (IGdJ) betreute Online-Quellenedition „Hamburger Schlüsseldokumente zur deutsch-jüdischen Geschichte“ online geschaltet.

Die Online-Quellenedition, die von der DFG gefördert wird, wirft am Beispiel von ausgewählten Quellen, sogenannten Schlüsseldokumenten, thematische Schlaglichter auf zentrale Aspekte der jüdischen Geschichte Hamburgs von der frühen Neuzeit bis in die Gegenwart. Hamburg wird dabei als Brennglas für größere Entwicklungen und Fragestellungen der deutsch-jüdischen Geschichte verstanden.

Für den Ausbau der Edition sucht das IGdJ fachkundige Autorinnen und Autoren, die Interesse haben, am Beispiel einer konkreten Quelle Problemstellungen und Ergebnisse ihrer Forschungen zu präsentieren und diskutieren.

Die zweisprachige Quellenedition (deutsch/englisch) richtet sich in erster Linie an Studierende und Forschende, aber auch an interessierte Laien.

Neben der Bereitstellung der Materialien als Transkript und digitales Faksimile werden die Quellen durch Interpretationstexte in ihre historischen Kontexte eingebettet sowie durch Informationen zur Überlieferung, zur Rezeptionsgeschichte und zu wissenschaftlichen Kontroversen angereichert.

Alle bereitgestellten Materialien sind über drei Zugänge recherchierbar: über eine Karte, über einen Zeitstrahl sowie über die Themenkategorien. Die Themenkategorien werden jeweils von einem Herausgeber bzw. einer Herausgeberin betreut und durch einen Überblicksartikel eingeführt.

In den nächsten Wochen und Monaten sollen sukzessive weitere Quellen und Interpretationstexte auf der Website der Online-Quellenedition bereit gestellt werden. Hierfür werden insbesondere neue Beiträge für die Themenbereiche Demographie und soziale Strukturen, Erziehung und Bildung sowie Familie und Alltag gesucht. Vorschläge zu anderen Themen sind ebenfalls möglich. Wichtig ist ein Bezug zur jüdischen Geschichte Hamburgs.

Für die Online-Edition sollen zu den Quellen jeweils eine knappe Beschreibung (150-200 Wörter) sowie ein Interpretationstext (etwa 1.500 Wörter) angefertigt werden. Die Interpretationstexte können auf Deutsch oder Englisch verfasst werden. Als Quellen kommen Text-, Bild-, Ton- und Filmdokumente sowie Objekte gleichermaßen in Frage.

Vorschläge für Quellen und eine aussagekräftige Skizze der dazugehörigen Interpretationen, die kurz die Quelle und ihre historische Einordnung umreißen sollten, senden Sie bitte bis zum 15. Februar 2017 zusammen mit einem kurzen Lebenslauf an Dr. Anna Menny (anna.menny@igdj-hh.de). Hinweise zu den Nutzungsrechten der ausgewählten Quelle werden ebenfalls erbeten. Wir möchten explizit auch Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler ermuntern, sich zu bewerben.