Seit 2021 gefördert durch die Behörde für Schule und Berufsbildung
Seit 2013 unterstützt durch die Reinhard-Frank-Stiftung
Von 2014 bis 2021 gefördert von der Behörde für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke

Der Geschichtomat ist ein Schülerprojekt zur Vermittlung jüdischer Geschichte und Kultur in Hamburg. Ziel des deutschlandweit einzigartigen Projektes ist es, Schülerinnen und Schülern einen eigenständigen Zugang zur jüdischen Geschichte, Kultur und Gegenwart in ihrer Stadt zu eröffnen. Dies ist umso wichtiger, da im deutschen Schulunterricht jüdische Geschichte oftmals ausnahmslos mit der Geschichte der Verfolgung und des Holocaust verbunden wird. Deutsch-jüdische Geschichte jenseits der Opferperspektive fehlt vielfach. Das Aufarbeiten teilweise immer noch bestehender Vorurteile gegenüber dem Judentum und die Prävention von Antisemitismus sind wichtige Bestandteile des Projektes.

Im Rahmen von Projektwochen gehen die Jugendlichen in ihrem Stadtteil auf Spurensuche. Sie beschäftigen sich mit historischen Personen, Orten oder Ereignissen und setzen sich mit aktuellem jüdischen Leben auseinander. Unter fachlicher und medienpädagogischer Begleitung recherchieren sie, führen Interviews mit Experten und Zeitzeugen, besuchen Museen und Archive, drehen und schneiden Filme und schreiben Texte. Zum Ende der Projektwoche werden die fertigen Beiträge auf der Website des Geschichtomat hochgeladen. So entsteht nach und nach ein digitaler Stadtplan zum jüdischen Leben aus der Sicht von Jugendlichen.

Der Geschichtomat wurde von Ivana Scharf konzipiert und wird vom Institut für die Geschichte der deutschen Juden getragen. Der jaf – Verein für medienpädagogische Praxis Hamburg e. V. übernimmt die medienpädagogische Betreuung der Schülerinnen und Schüler und hilft bei der Produktion der Filme.

2018 wurde das Projekt mit dem Preis „Sonder-Primus digital“ der Stiftung Bildung und Gesellschaft ausgezeichnet. Zwei Jahre später erhielt es den Obermayer German Jewish History Award. 2021 wurde der Geschichtomat mit dem Hamburger Stiftungspreis ausgezeichnet.