Monika Richarz-Fonds am IGdJ
2026 schreibt das Institut für die Geschichte der deutschen Juden (IGdJ) erstmals Fördermöglichkeiten des neu etablierten Monika Richarz-Fonds – Forschungen zur Jüdischen Frühen Neuzeit aus. Der Fonds ist benannt nach Prof. Dr. Monika Richarz, einer Pionierin der deutsch-jüdischen Geschichtsforschung in der Bundesrepublik, Trägerin des Moses Mendelssohn Awards des Leo Baeck Instituts und ehemaligen Direktorin des IGdJ. Dank ihrer großzügigen Schenkung konnte dieser Fonds am IGdJ eingerichtet werden, der neue Impulse in der Erforschung der deutschen Jüdinnen und Juden in der Frühen Neuzeit setzen soll.
Die Ausschreibung regt explizit zu Forschungen zur Jüdischen Frühen Neuzeit an, d.h. zu einer Epoche, in der bedeutsame demographische, religiöse, soziale und politische Entwicklungen im deutschsprachigen Judentum stattfanden und sich grundlegende Veränderungen in jüdischen Lebenswelten und Kulturen abbildeten. Neben den innerjüdischen Entwicklungen ist diese Epoche auch durch tiefgreifende Verschiebungen der Möglichkeiten und Funktionen für und von Jüdinnen und Juden in den jeweiligen Staaten und Gesellschaften gekennzeichnet. Dazu zählen u.a. die Judenpolitik und Judengesetzgebungen einzelner Herrscher, die kirchliche Judenfeindschaft wie auch der christlich-jüdische Austausch und sich etablierende ökonomische wie auch intellektuelle Netzwerke.
Um die Bandbreite möglicher Forschungsfelder in der Jüdischen Frühen Neuzeit, die bearbeitet werden könnten, zu verdeutlichen, seien einzelne hier kurz angerissen: Migrationen, Ansiedlungen und ihre Motive, Auswirkungen staatlicher Judenpolitik, Juden in Stadt und Land, Gemeindestruktur und soziale Schichtung, jüdische Selbstverwaltung, Wirtschaftsformen im Wandel, Betteljuden und Hofjuden, religiöse Bewegungen, Bildungsgeschichte, jüdisches Denken, Haskala, jüdische Kunst, christlich-jüdische Beziehungen und vieles mehr.
Im Rahmen des neu aufgelegten Monika Richarz-Fonds – Forschungen zur Jüdischen Frühen Neuzeit sollen innovative Fragestellungen und neue methodische Ansätze gefördert werden. Wert gelegt wird auch auf die Erschließung neuer Quellen, darunter vor allem die der jüdischen Gemeinden im Staatsarchiv der Freien und Hansestadt Hamburg. Ab sofort können Bewerbungen für Projekte zur Geschichte deutscher Jüdinnen und Juden in der Frühen Neuzeit eingereicht werden, die mit bis zu 25.000,00 EUR unterstützt werden können und u.a. Anschubfinanzierungen von Forschungs- wie Quelleneditionsprojekten, Förderungen von Konferenz- wie Publikationszuschüssen, Abschlussstipendien oder Archivaufenthalten zur Jüdischen Frühen Neuzeit umfassen können.
Wie diese Mittel eingesetzt werden sollen, ist in den Bewerbungsunterlagen darzulegen.
Die Unterlagen sollten dabei folgendes umfassen:
• eine kurze Projektbeschreibung von (maximal 3 Seiten)
• einen Kostenplan, aus den der Einsatz der Fördersumme hervorgeht
• einen Lebenslauf mit Publikationsliste (maximal 3 Seiten)
Eine Förderung durch den Monika Richarz-Fonds – Forschungen zur Jüdischen Frühen Neuzeit kann nur in Fällen, in denen die Durchführung des gesamten Forschungsprojekts sichergestellt ist, bewilligt werden.
Die Bewerbungen für die Forschungsförderung aus dem Monika Richarz-Fonds können in deutscher oder englischer Sprache und bis zum 30. April 2026 eingereicht werden.
Eine vollständige Bewerbung senden Sie bitte in elektronischer Form und in einer PDF-Datei an: kontakt(a)igdj-hh.de und bjoern.siegel(a)igdj-hh.de
Anfragen zu Fördermöglichkeiten durch den Monika Richarz-Fonds – Forschungen zur Jüdischen Frühen Neuzeit sind zu richten an:
Institut für die Geschichte der deutschen Juden
Dr. Björn Siegel
Beim Schlump 83
20144 Hamburg
bjoern.siegel(a)igdj-hh.de
Foto: ©Leo Baeck Institute - New York|Berlin (Fotograf: Ole Witt)
Die Auschreibung als PDF finden Sie hier: