Virtuelle Vortragsreihe: Zeitzeugenschaft / Geschichtsbilder / Deutungsmacht. (Wie) verändert KI unser Verständnis der Vergangenheit?
02.07.26
Donnerstag
13 - 14.00 Uhr
Virtuell
Nina Brolich (Universität Erfurt / Fachhochschule Erfurt) / Helena Geibel (Institut für die Geschichte der deutschen Juden, Hamburg)

 

Selbstzeugnisse zum Holocaust geben wichtige Einblicke in individuelle Lebens- und Erfahrungswelten, sie sind essenziell für Forschung und Erinnerungskultur. Vor dem Hintergrund der wachsenden Bedeutung KI-gestützter Verfahren in den digitalen Geschichtswissenschaften stellt sich am Beispiel der Sentimentanalyse und emotionsbasierter Ansätze die Frage nach den Möglichkeiten und Grenzen ihrer Anwendung auf Selbstzeugnisse. Wie kann der Einsatz digitaler Verfahren zu neuen Erkenntnissen beitragen, wo führt er zu Verzerrungen der Ergebnisse? 

Der Vortrag reflektiert erste Erkenntnisse des Forschungsvorhabens „Sentimentanalyse zwischen Erkenntnisgewinn und Verfälschung? Eine Fallstudie zu Selbstzeugnissen zum Holocaust und seiner Nachgeschichte“, das durch den NFDI4Memory Incubator Funds gefördert wird und eine Zusammenarbeit des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden und der hochschulübergreifenden Professur für Digital Humanities an der Universität Erfurt und der Fachhochschule Erfurt ist.

Nina Brolich ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Digital Humanities der Fachhochschule und der Universität Erfurt. Sie arbeitet an der Schnittstelle von Informatik, Linguistik und Geschichte und setzt Machine Learning sowie computergestützte Methoden ein, um neue Perspektiven für die Geisteswissenschaften zu erschließen. 

Helena Geibel ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am IGdJ. Im Arbeitsbereich #DigitalJewishHistory ist sie für die Mitkonzeption und Umsetzung von Digitalprojekten zuständig. Zuvor studierte sie Internationale Literaturen und Anglistik sowie Deutsche Literatur mit dem Schwerpunkt Digital Humanities an der Eberhard Karls Universität Tübingen.

Die Einwahldaten werden nach der Anmeldung verschickt: kontakt(a)igdj-hh.de

 

Über die virtuelle Vortragsreihe: Zeitzeugenschaft / Geschichtsbilder / Deutungsmacht. (Wie) verändert KI unser Verständnis der Vergangenheit?

Digitalisierung und Künstliche Intelligenz verändern grundlegend, wie wir Vergangenheit erforschen und verstehen. Durch die automatische Auswertung riesiger Datenmengen, Mustererkennung in Texten und Bildern und die Erzeugung von Inhalten eröffnen sich neue Formen der Wissensproduktion und wandelt sich unser Quellenverständnis. Der Einsatz von KI erfordert neue Formen der Quellenkritik und ein Bewusstsein für Grenzen und Macht algorithmischer Systeme.
Im Rahmen der Vortragsreihe sollen verschiedene Aspekte betrachtet werden: KI und Holocaust Education, Potenziale des Machine Learning bei der Analyse von Emotionen in Selbstzeugnissen zum Holocaust, der Einsatz von KI bei der Strukturierung historischer Forschungsdaten sowie KI-generierte Bilder im Kontext jüdischer Geschichte und des Holocaust auf Social Media.

Leitend sind dabei die Fragen: Welche neuen Möglichkeiten ergeben sich für die Wissensproduktion? Wie verändert sich unser Quellenverständnis? Welche Herausforderungen und Gefahren entstehen? Wie verändern sich Geschichtsbilder und wie verändert sich unser Verständnis von Vergangenheit?

Veranstalterinnen: Nina Brolich (Erfurt), Helena Geibel (Hamburg), Anna Menny (Hamburg), Anna Neovesky (Erfurt)

Eine Kooperationsveranstaltung des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden (Hamburg) und der Professur für Digital Humanities und hybride Bildungs- und Kommunikationsräume an der Universität und Fachhochschule Erfurt.

 

Das Programm der Vortragsreihe finden Sie weiter unten.