Das Projekt widmet sich der Rekonstruktion der Biografien sowie der Werkerfassung zweier jüdischer Künstler der Berliner Aufklärung: Moses Samuel Lowe (auch Johann Michael Siegfried Lowe, 1756–1831) und Benedict Heinrich Bendix (1768–1828). Lowe war Portrait- und (Miniatur-)Maler, Kupferstecher und Radierer. Bendix betätigte sich vor allem als Zeichner und Kupferstecher. Beide erhielten an der Berliner Akademie der Künste eine akademische Ausbildung und beide gehörten als Mitglieder dem jüdischen Aufklärungsverein Gesellschaft der Beförderer des Edlen und Guten (חברת שוחרי הטוב והתושיה) an, dessen künstlerische Ambitionen ein Novum in der deutsch-jüdischen Geschichte darstellen.
Im Zentrum des Forschungsvorhabens steht das Wirken von Lowe und Bendix als jüdische Künstler in Berlin. Es fragt nach ihren künstlerischen Werdegängen und ihren akademischen Lehrern, nach ihrer Zusammenarbeit mit anderen Künstlern und ihren Auftraggebern, nach ihren künstlerischen Netzwerken, nach den Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie beruflichen Möglichkeiten jüdischer Künstler um 1800 und nicht zuletzt nach Bendix’ und Lowes Werk im Kontext der Berliner Haskala. Es schließt sich die Frage an, wie Bendix und Lowe im kunsttheoretischen Diskurs des späten 18. Jahrhunderts und des frühen 19. Jahrhunderts zu verorten sind, welche Einflüsse beispielsweise von Johann Georg Sulzer und Moses Mendelssohn, von Karl Philipp Moritz und speziell von ihren akademischen Lehrern erkennbar sind. Ferner soll ein möglichst umfassendes Werkverzeichnis der umfangreichen künstlerischen Arbeiten von Moses Samuel Lowes und Benedict Heinrich Bendix erstellen werden.
Projektleitung:
Dr. Uta Lohmann
040 42838-2307
uta.lohmann[at]igdj-hh.de