31.08.2026

Das IGdJ ist beteiligt

Im MARKK. Museum am Rothenbaum. Kulturen und Künste der Welt wurde die Sonderausstellung „Zuschreibung: jüdisch. Fragen an die Geschichte des MARKK“ eröffnet. Die Ausstellung, die von Jana Reimer, Juliane de Sousa und Callum Fischer (alle MARKK) unter Mitwirkung von Dr. Anna Menny (IGdJ) kuratiert wurde, richtet ihr Augenmerk auf jüdische Zeremonial- und Alltagsobjekte in den Beständen des MARKK sowie auf Objekte, die in der Museumsdokumentation als „jüdisch“ verzeichnet wurden. Sie stellt Fragen an das Museum und seinen historischen Umgang mit den gezeigten Beständen, regt zum Nachdenken über Kategorisierungen und Zuschreibungen von Objekten an und nimmt diese zugleich ernst, indem sie versucht, den Blick auf Entstehung, Überlieferung, Nutzung und Bedeutungswandel – aber auch die Leerstelen im Wissen um die einzelnen Objekte zu öffnen. Dabei beleuchtet sie das Museum im Nationalsozialismus ebenso wie Fragen und Erkenntnisse aus der laufenden Provenienzforschung.

Ausgangs- und Mittelpunkt der Ausstellung ist die Sammlung der Gesellschaft für jüdische Volkskunde, dieser Ausstellungsteil wurde gemeinsam von Jana Reimer (MARKK) und Anna Menny (IGdJ) kuratiert. Die Sammlung war 1913 als Leihgabe an das damalige Museum für Völkerkunde übergeben worden und dort bis 1935 in der Dauerausstellung zu sehen. 1935 wurde sie aus der Ausstellung entfernt, 1937 an den letzten Vorsitzenden der Gesellschaft Simon Simcha Bamberger zurückgegeben, danach verlieren sich die Spuren der mehrere hundert Objekte und Bücher umfassenden Sammlung. Sie gilt bis auf wenige Objekte als verschollen. Zehn Objekte, die 1991 wieder an die Rothenbaumchaussee gelangten, werden in der Ausstellung gezeigt. Sie erlauben Einblicke in die Geschichte der Gesellschaft, ihre Sammlungs- und Ausstellungstätigeit vor dem Hintergrund der sich wandelnden gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Mit zwei am IGdJ entwickelten Medienstationen wird ein enger Bezug zu der ebenfalls von Jana Reimer und Anna Menny gemeinsam kuratierten und von Helena Geibel technisch umgesetzten Online-Ausstellung „Objektgeschichte(n)“ hergestellt, die bereits seit Februar 2025 Geschichte und Objekte der Gesellschaft für jüdische Volkskunde im virtuellen Raum erzählt.

Die Sonderausstellung im MARKK ist bis zum 27. Juni 2027 zu sehen: Zuschreibung: Jüdisch | 28.08.2026 - 27.06.2027 | MARKK

Die Online-Ausstellung „Objektgeschichte(n)“ können Sie hier besuchen: Object (hi)stories | Hamburger Schlüsseldokumente zur deutsch-jüdischen Geschichte

 

Foto oben:
Fotografische Dokumentation der „Jüdischen Sammlung“, 1920er Jahre
Objekt li. Bestand MARKK; weitere Objekte ehemals Sammlung Gesellschaft für jüdische Volkskunde (Verbleib heute unbekannt)
© MARKK