13.10.2026

Virtuelle Vortragsreihe

Die gemeinsam von IGdJ und der Professur Digital Humanities und hybride Kommunikationsräume an der FH und Uni Erfurt veranstaltete virtuelle Vortragsreihe „Zeitzeugenschaft / Geschichtsbilder / Deutungsmacht.  (Wie) verändert KI unser Verständnis der Vergangenheit“ ist erfolgreich zu Ende gegangen. Wir möchten allen Vortragenden für spannende Einblicke in laufende Forschungsprojekte und aktuelle Debatten danken. Ebenfalls danken wir den zahlreichen Teilnehmenden für das große Interesse und die spannenden Diskussionen sowie der ZEIT Stiftung Bucerius für die großzügige Förderung.

Den Auftakt der Vortragsreihe hatte im Juni Esther Rachow (Hebräische Universität Jerusalem) gemacht. Sie gab Einblicke in ihre Forschungen im Rahmen des EU-Projektes MEMORISE rund um Fragen nach dem Einsatz von KI im Bereich der Holocaust Education. Im zweiten Vortrag berichteten Nina Brolich (FH / Uni Erfurt) und Helena Geibel (IGdJ) über das vom NFDI4Memory Incubator Funds geförderte Pilotprojekt „Sentimentanalyse zwischen Erkenntnisgewinn und Verfälschung? Eine Fallstudie zu Selbstzeugnissen zum Holocaust und seiner Nachgeschichte“, das den Hintergrund der Vortragsreihe bildete. In dem Projekt werden verschiedene Verfahren (lexikonbasierter Ansatz, machine learning, LLM) der Sentiment- und Emotionsanalyse auf die Tagebücher von Martha Glass, einer Hamburger Jüdin und Holocaust-Überlebenden, getestet um Grenzen und Potenziale für die geschichtswissenschaftliche Arbeit mit Selbstzeugnissen auszuloten. Einem möglichen Einsatzszenario von KI-gestützten Verfahren im historischen Arbeitsprozess ging auch Daniel Burckhardt (MMZ Potsdam) nach. Er präsentierte am Beispiel der Erna Magnus Collection aus dem LBI New York mit 800 Karteikarten zu historischen jüdischen Persönlichkeiten aus Hamburg ein auf multimodale Sprachmodelle (LMMs) gestütztes Verfahren zur Erstellung von semistrukturierten maschinenlesbaren Datensätzen für erste quantitative Analysen. Den Abschluss bildete Clara Mansfeld (Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte) mit einem Einblick in das Phänomen KI-generierter Holocaust-Bilder und den daraus entstehenden Herausforderungen für die historisch-politische Bildungsarbeit, dabei plädierte sie für Mut zu (visuellen) Leerstelle und unterstrich die Bedeutung von Quellen- und Methodenkritik.

Damit wurden in der Vortragsreihe verschiedene Einflüsse, Auswirkungen und Herausforderungen von KI auf Geschichtswissenschaft und Erinnerungskultur deutlich, diese weiter zu diskutieren und noch stärker im Hinblick auf ihre gesellschaftliche Relevanz hin zu beleuchten, setzt sich die Veranstaltung „Wie verändert KI unser Verständnis der Vergangenheit?“ am 20. Januar 2027 in der Bucerius Law School in Hamburg zum Ziel. Diese öffentliche Abendveranstaltung wird gemeinsam von IGdJ, der Professur Digital Humanities an der FH / Uni Erfurt, der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte, den hist4dem und der Bucerius Law School organisiert und von der ZEIT Stiftung Bucerius gefördert. Neben einer Keynote von Sebasian Kubon (KI-Referent an der LMU München) wird es eine Podiumsdiskussion mit Expertinnen und Experten aus verschiedenen Bereichen wie Museum, Gedenkstätte, Forschung oder der juristischen Praxis geben.

Nähere Infos folgen.

Wenn Sie sich bereits jetzt für die Veranstaltung registrieren möchten, können Sie dies gerne unter: kontakt[at]igdj-hh.de tun.