Nationalsozialismus und Schoah - in Geschichte und Wirkung, Zeitgeschichte und Gegenwartsforschung

Dr. Kim Wünschmann in Kooperation mit Dr. Stefanie Fischer (TU Berlin)

Das Projekt „Oberbrechen. A German Village Confronts its Nazi Past“ wird in Zusammenarbeit mit Dr. Stefanie Fischer vom Zentrum für Antisemitismusforschung (TU Berlin) erarbeitet. Anhand einer Mikrogeschichte des ländlichen Raums wird die Komplexität der Beziehungen zwischen jüdischen und nichtjüdischen Mitgliedern einer Dorfgesellschaft im 20. Jahrhundert untersucht. In ihrer Graphic History fragen die beiden Historikerinnen, wie in dem Mikrokosmos eines Dorfes die ganz „eigene“ antisemitische Gewaltgeschichte verhandelt und wie mit der allgegenwärtigen und dennoch meist unausgesprochenen Präsenz der Schoah umgegangen wurde. Wie wirkte sich die unterschiedliche Beteiligung an antisemitischer Ausgrenzung und damit die unterschiedliche lokale Gewalterfahrung auf die Wiederbegegnungen zwischen Vertriebenen und Gebliebenen sowie ihren Angehörigen aus?

Diese Fragestellungen werden anhand der Auswertung von Spruchkammer- und Wiedergutmachungsakten sowie eines reichhaltigen Korpus privater Quellen aus Familienarchiven erforscht. Die Aufarbeitung der Ergebnisse der Studie erfolgt zusammen mit der Illustratorin Liz Clarke in einer methodisch reflektierten Graphic History, die in der gleichnamigen Reihe des Verlags Oxford University Press erscheinen wird. Das Genre der Graphic History erlaubt es nicht nur, Forschungsergebnisse eindrücklich zu visualisieren und damit ein breites Lesepublikum zu erreichen, sondern auch, neu über die Interpretation von Quellen in der Geschichtswissenschaft nachzudenken.

Dr. Kim Wünschmann
040 42838-2100
kim.wuenschmann@igdj-hh.de

 

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