Dr. Carolin Lange

Assoziierte Wissenschaftlerin

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carolin.lange@igdj-hh.de

Zur Person

Carolin Lange ist assoziierte Wissenschaftlerin am IGdJ und Projektleiterin des Projekts „After They Left – Private Perceptions of the Holocaust“. Sie studierte Literaturwissenschaft und Neuere/Neueste sowie Alte Geschichte an der Universität Erlangen-Nürnberg und der Université de Fribourg, Promotion an der Ruhr-Universität Bochum. Zwischen 2011 und 2015 war sie unter anderem Postdoc-Fellow am Max Planck-Institut für Gesellschaftsforschung und DAAD-Postdoc an der University of Washington. 2019 war sie Fellow am United States Holocaust Memorial Museum in Washington DC.

Als Expertin für Provenienzforschung und „Arisierung“ hat sie zwischen 2016 und 2021 als Projektleitung am Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege in München gearbeitet und beschäftigte sich auch damit, wie die heutigen Besitzer*innen von ehemals „jüdischen“ Objekten mit diesen Gegenständen und ihrer Materialität umgehen und welche emotionalen Schwierigkeiten sie erleben.

Carolin Lange war zwischen 2018-2021 Vorstandsmitglied des Arbeitskreises Provenienzforschung e.V. Sie ist Gründerin und Geschäftsführerin der Agentur Lange & Schmutz Provenienzrecherchen in Biel, Schweiz und berät in dieser Funktion öffentliche und private Einrichtungen im Umgang mit Provenienzforschung und Restorative Justice.

Tätigkeitsprofil

Carolin Lange interessiert sich für die materiellen wie die emotionalen Aspekte und Folgen des Holocaust und seiner Rezeption durch die nichtjüdische Bevölkerung: Wer profitierte von den Enteignungen; welche Gegenstände wechselten unrechtmäßigerweise in „arische“ Hände; wer zog in die verlassenen „jüdischen“ Wohnungen ein? Und garantierte der Erwerb auch den anschließenden ungestörten Genuss oder zeigten die neuen Besitzer und Mieter emotionale und affektive Schwierigkeiten? Wie gehen heutige Zeitgenossen mit Gegenständen um, die sich einmal jüdisches Eigentum waren? Sie ist an einer neuen Sozial- und Rezeptionsgeschichte des „Dritten Reiches“ interessiert, die auch die Nachwirkungen bis in die heutige Zeit und unseren Umgang mit der eigenen Familie berücksichtigt.

Aktuelle Projekte

Als sie weg waren – Die private Wahrnehmung des Holocaust

Englisch: After They Left – Private Perceptions of the Holocaust

Aktuelle Veröffentlichungen

  • Der Raub der kleinen Dinge. Belastetes Erbe aus Privatbesitz: Ein Leitfaden für Museen. (Berlin: De Gruyter, 2022).
  • Genies im Reichstag: Führerbilder des republikanischen Bürgertums in der Weimarer Republik. Hannover: Wehrhahn.
  • Lange, Carolin, After They Left – Looted Jewish Apartments and the Private Perception of the Holocaust. Holocaust & Genocide Studies 35 (2020), 431-449.
  • Lange, Carolin, Monogames und promiskuitives Lesen: Über die verborgenen Grundlagen der Autonomieästhetik um 1800. German Studies Review 42.1 (2019): 1-18.
  • Lange, Carolin, Bach, Christine, ‘Sieben Kisten mit jüdischem Material’ – Der Raub der Judaica in Unterfranken 1938. Sieben Kisten mit jüdischem Material’ – Von Raub und Wiederentdeckung 1938 bis heute. Berlin: Hentrich & Hentrich: 91–104.
  • Lange, Carolin, Bach, Christine, Restitution von jüdischem Kulturgut. Jüdisches Kulturgut. Erkennen, Bewahren, Vermitteln. Berlin: De Gruyter/ Deutscher Kunstverlag: 156–166.
  • Lange, Carolin, ‚In diesem Sinne hat jede Zeit, hat jedes Volk die Führer, die sie verdienen’ – Zum Politik- und Politikerbild des republikanischen Bürgertums in der Weimarer Republik. German Studies Review 36.2 (2013): 237–257.