Dr. Karen Körber

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

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karen.koerber@igdj-hh.de

Zur Person

Dr. Karen Körber ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am IGdJ in Kooperation mit der Akademie der Weltreligionen (AWR) der Universität Hamburg. Sie studierte Soziologie, Politikwissenschaften und Psychologie an der Universität Bremen, der Freien Universität Berlin und der Columbia University, New York, und promovierte an der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie war wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie der Freien Universität Berlin und Doktorandin am Institut für Sozialforschung in Frankfurt am Main. Karen Körber hat mehrere Forschungsprojekte durchgeführt und geleitet, die sich mit der Migration russischsprachiger Jüdinnen und Juden in die deutsche Einwanderungsgesellschaft nach 1990, der Transformation der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland und Fragen transnationaler Familiarität beschäftigt haben. Von 2012 bis 2014 war sie Fellow am Jüdischen Museum Berlin. 2014/15 hatte sie eine Vertretungsprofessur am Institut für Europäische Ethnologie/ Kulturwissenschaft an der Philipps-Universität Marburg inne.

Tätigkeitsprofil

Karen Körber forscht im Bereich der jüdischen Gegenwart und Zeitgeschichte. Sie befasst sich als Soziologin mit dem Judentum in Deutschland, ihre Schwerpunkte bilden darin die Themenbereiche der jüdischen Migrationsgeschichte nach 1945 und der soziale, religiöse, kulturelle und institutionelle Wandel der jüdischen Gemeinschaft seit den 1990er-Jahren. In diesem Zusammenhang interessiert sie sich besonders für die Entwicklungen einer jüdischen Diaspora in der deutschen Einwanderungsgesellschaft im 21. Jahrhundert. In einer Reihe von Forschungsprojekten (Bundesministerium für Bildung und Forschung, Gerda Henkel Stiftung, Deutsche Forschungsgemeinschaft) und Publikationen hat sie sich mit Fragen des religiösen Wandels und Pluralisierungen, der jüdischen Migrationen und Diaspora, Erinnerungskulturen und Zugehörigkeitskonstruktionen in der Einwanderungsgesellschaft beschäftigt.

Aktuelle Veröffentlichungen

  • "Jüdische Migration nach 1945", in: Medaon.Magazin für jüdisches Leben in Forschung und Bildung (Schwerpunktausgabe) 15 (2021) 29.
  • Lebenswirklichkeiten. Russischsprachige Juden in der deutschen Einwanderungsgesellschaft, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2022 (mit einem Beitrag von Andreas Gotzmann).
  • Individuelle Suche und institutioneller Wandel, in: Aus Politik und Zeitgeschichte: Jüdisches Leben in Deutschland. Bundeszentrale für Politische Bildung 2022, S. 140-150.

Alle Veröffentlichungen

  • (mit Andreas Gotzmann), Lebenswirklichkeiten. Russischsprachige Juden in der deutschen Einwanderungsgesellschaft, Göttingen 2021.
  • Juden, Russen, Emigranten. Identitätskonflikte jüdischer Einwanderer in einer ostdeutschen Stadt, Frankfurt am Main/ New York 2005.
  • (Hrsg.) Medaon. Magazin für jüdisches Leben in Forschung und Bildung 16 (2021) [Themenschwerpunkt: Jüdische Migrationen nach 1945].
  • (Hrsg.) Russisch-Jüdische Gegenwart in Deutschland. Interdisziplinäre Perspektiven auf eine Diaspora im Wandel, Göttingen 2015.
  • (Hrsg. mit Ina Merkel) Ethnologia Europaea. Journal of European Ethnology 42 (2012), Nr. 2, Special Issue: Imagined Families in Mobile Worlds.
  • Ausgeschlossen dazugehören. Russischsprachige Jüdinnen aus vaterjüdischen Familien im Prozess der Migration nach 1990, in: Medaon - Magazin für jüdisches Leben in Forschung und Bildung, 16 (2021), Special Issue.
  • Widerständiger Pragmatismus. Junge russischsprachige Juden in Deutschland, in: OSTEUROPA (2019), Nr. 9–11, S. 83–92 (in Engl.: Resistant pragmatism. Young Russian-speaking Jews in Germany, in: OSTEUROPA (2020), Special Issue, S. 89–97).
  • Schwierige Heimat Deutschland – Israel, gelobtes Land? Zugehörigkeitskonstruktionen russischsprachiger Jüdinnen und Juden in der deutschen Einwanderungsgesellschaft, in: Doron Kiesel (Hrsg.), Perspektiven jüdischer Bildung. Diskurse – Erkenntnisse – Positionen. Berlin 2019, S. 236–250.
  • Widerstreitende Erinnerungen, in: Dimitrij Belkin/ Lara Hensch/ Eva Lezzi (Hrsg.), Neues Judentum – altes Erinnern? Zeiträume des Gedenkens (Schriftenreihe des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks 1), Berlin 2017, S. 79–94.
  • Jüdische Gegenwart in Deutschland. Die Migration russischsprachiger Juden seit 1989, in: Deutschland Archiv, 6.10.2016, https://www.bpb.de/geschichte/zeitgeschichte/deutschlandarchiv/234438/die-migration-russischsprachiger-juden-seit-1989, Zugriff: 13.7.2021.
  • Contested Diaspora. Negotiating Jewish Identity in Germany, in: David Carment/ Ariane Sadjed (Hrsg.), Diasporas as Cultures of Cooperation. Global and Local Perspectives, London 2017, S. 29–47.
  • Conflicting Memories, Conflicting Identities. The Russian-Jewish Immigration and the Image of a new German Jewry, in: Cornelia Wilhelm (Hrsg.), Migration, Memory and Diversity in Germany after 1945, Oxford/ New York 2016, S. 276–296.
  • Einleitung: Eine Diaspora im Wandel, in: Karen Körber (Hrsg.), Russisch-Jüdische Gegenwart in Deutschland. Interdisziplinäre Perspektiven auf eine Diaspora im Wandel (Schriften des Jüdischen Museums Berlin 3), Göttingen 2015, S. 7–13.
  • Zäsur, Wandel oder Neubeginn? Die jüdische Gemeinschaft in Deutschland zwischen Recht, Repräsentation und Realität, in: Karen Körber (Hrsg.), Russisch-Jüdische Gegenwart in Deutschland. Interdisziplinäre Perspektiven auf eine Diaspora im Wandel (Schriften des Jüdischen Museums Berlin 3), Göttingen 2015, S. 13–36.
  • Fast wie im Kino – eine Bar Mizwa 2013, in: JMB Journal (2013), Nr. 9, S. 18–21.
  • Imagined Families in Mobile Worlds. An Introduction, in: Ethnologia Europaea. Journal of European Ethnology 42 (2012), Nr. 2, S. 5–11.
  • So Far and yet so Near. Present-Day Transnational Families, in: Ethnologia Europaea. Journal of European Ethnology 42 (2012), Nr. 2, S. 12–25.
  • Nähe auf Distanz. Transnationale Familien in der Gegenwart, in: Gertraud Marinelli-König/ Alexander Preisinger (Hrsg.), Zwischenräume. Migration und die Entgrenzung von Kulturen und Identitäten, Bielefeld 2011, S. 91–114.
  • Minderheitenpolitik im Spannungsfeld von Diaspora und Nationalstaat. Das Beispiel der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland, in: Sigrid K. Amos/ Wolfgang Meseth/ Matthias Proske (Hrsg.), Öffentliche Erziehung revisited. Erziehung, Politik und Gesellschaft im Diskurs, Wiesbaden 2011, S. 137–156.
  • Synagoge, Samowarverein, Veteranenclub? Jüdische Gemeinden in Deutschland heute, in: Miriam Gillis-Carlebach/ Barbara Vogel (Hrsg.), „Mein Täubchen aus dem Felsenspalt, im Hohlhort des Berghanges, lass dein Antlitz mich schauen, deine Stimme mir ertönen ...“ (gemäß Das Hohelied 2,14). Die Achte Joseph Carlebach-Konferenz. Becoming visible. Jüdisches Leben in Deutschland nach 1990 (Publications of the Joseph Carlebach Institute), Hamburg 2011, S. 124–142.
  • Zu Hause im Dazwischen. Plurilokale Familien im Zeitalter des Transnationalismus, in: Antje van Elsbergen/ Franziska Engelhardt/ Simone Stiefbold (Hrsg.), Ansichten, Einsichten, Absichten. Beiträge aus der Marburger Kulturwissenschaft, Marburg 2010, S. 92–102.
  • (mit Sighard Neckel), Multikulturalismus – Die libertäre Version. Ein Kommentar, in: Christoph Bieber/ Benjamin Drechsel/ Anne-Katrin Lang (Hrsg.), Kultur im Konflikt. Claus Leggewie revisited (Edition Kulturwissenschaft 4), Bielefeld 2010, S. 227–229.
  • Von Samarkand nach Schortewitz. Die Einwanderung russischsprachiger Juden nach Ostdeutschland, in: Dmitrij Belkin/ Raphael Gross (Hrsg.): Ausgerechnet Deutschland! Jüdisch-Russische Einwanderung in die Bundesrepublik, Berlin 2010, S. 62–65.
  • Puschkin oder Thora? Der Wandel der jüdischen Gemeinden in Deutschland, in: Tel Aviver Jahrbuch für deutsche Geschichte 37 (2009), S. 233–254.
  • Bilder einer schwierigen Ankunft, in: Ferdinand Sutterlüty/ Peter Imbusch (Hrsg.), Abenteuer Feldforschung. Soziologen erzählen, Frankfurt am Main/ New York 2008, S. 73–78.
  • (mit Franziska Becker), Holocaust Memory and Multiculturalism. Russian Jews in German Media after 1989, in: New German Critique 32 (2005), Nr. 92, S. 101–116.
  • (mit Franziska Becker), „Juden, Russen, Flüchtlinge“. Die jüdisch-russische Einwanderung nach Deutschland und ihre Repräsentation in den Medien, in: Freddy Raphaël (Hrsg.), „...das Flüstern eines leisen Wehens...“. Beiträge zur Kultur und Lebenswelt europäischer Juden, Konstanz 2001, S. 425–450.
  • Wie entsteht politische Ethnizität? Jüdische Identität und der deutsche Wohlfahrtsstaat, in: IZA. Zeitschrift für Migration und soziale Arbeit (2001), Nr. 1, S. 57–60.
  • Ethnizität und Wohlfahrtsstaat, in: Peter A. Berger (Hrsg.), Alte Ungleichheiten – Neue Spaltungen (Sozialstrukturanalyse 11), Opladen 1998, S. 351–363.
  •  (mit Sighard Neckel), Last exit ethnicity? Zur politischen Konstruktion von Ethnizität in den USA und Deutschland, in: Robert Hettlage/ Petra Deger/ Susanne Wagner (Hrsg.), Kollektive Identität in Krisen. Ethnizität in Region, Nation, Europa, Opladen 1997, S. 310–319.