Jüdisches Bauen, Das lange 19. Jahrhundert

PD Dr. Andreas Brämer, Dr.-Ing. Katrin Keßler, Dr.-Ing. Ulrich Knufinke, Dipl.-Ing. Mirko Przystawik, Pia Dressler, Anne Kunhardt 

Von 2016 bis 2023 gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft

Das Projekt erforscht die Wege von Jüdinnen und Juden in das Berufsfeld Architektur im Deutschen Reich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Im Fokus stehen die Professionalisierungswege der jüdischen Architektinnen und Architekten in den 1920er-Jahren, die in den letzten Jahren des Kaiserreichs ihre Ausbildung absolvierten und erste berufliche Erfolge erzielten. Sie waren für die Entwicklung der Architektur im 20. Jahrhundert von herausragender Bedeutung.

Professionsgeschichtliche Fragen im Kontext der allgemeinen Architekturgeschichte leiten das Vorhaben: Welche Zugänge wählten junge Juden zum Berufsfeld, vor welchem persönlichen und familiären Hintergrund und mit welchen Zielen? Wo erfolgte die Professionalisierung? Gab es spezifische Netzwerke unter jüdischen Architekten; wie waren sie mit ihren nichtjüdischen Kollegen an Ausbildungsstätten, in Fachverbänden und Vereinen verbunden? Welche Rolle spielten die Beziehungen zu Auftrag- und Arbeitgebern? Welche Aufträge erhielten jüdische Architekten und wie positionierten sie sich in den Architekturdebatten? Welche Wege des Austauschs gab es über die Grenzen des Deutschen Reiches hinaus, und wie wurden diese Beziehungen in der Phase der Verfolgung und Vernichtung nach 1933 wirksam? Welche Wege nahmen jüdische Architekten im Exil bzw. in der Emigration, vor allem in Palästina/Israel, in den USA und in europäischen Ländern?

Die Erforschung von Professionalisierung, Architektur und Markt erfordert ein Herangehen, das sowohl biografische und zeithistorische wie auch institutionengeschichtliche und architekturhistorische Aspekte berücksichtigt. Für die „Gruppe“ der jüdischen Architekten kommt als wesentliche Frage die nach Selbst- oder Fremdzuschreibungen jüdischer Identitäten hinzu. Sie stellt sich sowohl für die Zeit vor 1933 als auch für die Phase der Verfolgung und der Emigration. Eine Betrachtung der Wege deutsch-jüdischer Architektinnen und Architekten in die und in der Emigration ermöglicht Rückschlüsse auf deren Weiterwirken nach 1933 bzw. 1945 und damit auf den internationalen Architekturtransfer in der Moderne des 20. Jahrhunderts.

Projektleitung

PD Dr. Andreas Brämer

Projektmitwirkende

Dr.-Ing. Katrin Keßler (Projektmitarbeiterin)
Dr.-Ing. Ulrich Knufinke (Projektmitarbeiter bis Mai 2018)
Dipl.-Ing. Mirko Przystawik (Projektmitarbeiter)
Pia Dressler (studentische Mitarbeiterin)
Anne Kunhardt (studentische Mitarbeiterin)

Ansprechpartner:innen

Dr.-Ing. Katrin Keßler
katrin.kessler@igdj-hh.de

Dipl.-Ing. Mirko Przystawik
mirko.przystawik@igdj-hh.de